Vorreiter beim Einsatz von Elektroantrieben
Jimmy Cornell: Aventura Zero
Mein Landsmann und großes Vorbild war schon als Kind vom Meer fasziniert und hat einen großen Teil seines Lebens unter Segeln verbracht. Er ist dreimal um die Welt gesegelt, über 200.000 Meilen zwischen Arktis, Antarktis und auf allen Weltmeeren zurückgelegt. Jimmy hat die erfolgreiche Atlantic Rally for Cruisers (ARC) gegründet und weitere weltumspannende Rallys und Regatta organisiert. Alle seine Boote hießen Aventura, nach dem rumänischen Wort für Abenteuer.

Jimmy war entlang seiner Segelkarriere zunehmend um den Klimawandel und den Zustand unseres Planeten besorgt. Sein fünftes und vorerst letztes Boot, Aventura Zero hat er bewusst ohne Verbrenner an Bord bauen lassen, um damit zu beweisen, dass emissionsfreie Langstreckenfahrten mit dem heutigen Stand der Technik möglich sind.
Aventura Zero ist ein Outremer 45, ein leistungsstarker Serien-Katamaran. Sie wird von zwei OceanVolt Elektromotoren und zwei Batteriebänken mit je 28kW Kapazität angetrieben.
Das Boot ist auf autarkes Segeln ausgelegt. Die Batterien werden primär durch den Rekuperationsbetrieb der Verstellpropeller geladen. Zusätzlich hat Jimmy acht Sonnenkollektoren mit insgesamt 1.300 Watt Kapazität installieren lassen.
Nach einer anfänglich unzureichenden Energieversorgung und einer anschließenden Ergänzung hat Jimmy es schließlich geschafft, dass das Boot autark um die Welt segeln kann.
Jimmy musste sein Boot und seine ambitionierten Segelträume gesundheitsbedingt aufgeben und verkaufte Aventura Zero an Malcolm Wood, einen leidenschaftlichen Filmemacher, der die Folgen des Klimawandels durch spannende Naturfilme in entlegenen Regionen der Welt eindringlich schildert.
Peter Hoefnagels: Segelyacht "Ya"


Sirius 40 DS: Mimi Electra
Babette und Max Bimler konzipierten in enger Zusammenarbeit mit der Plöner Werft Sirius-Yachts einen Elektroantrieb und eine umfangreiche elektrische Ausstattung für ihre Neubau-Bestellung. Als Antrieb dienen zwei Oceanvolt Innenborder mit je 10 kW, die von einer 17,5 kWh LiFePo4-Batteriebank gespeist werden. Ein 11 kW Diesel-Generator von Fisher Panda verlängert die Reichweite für den Notfall auf ca. 1.000 Seemeilen. Im Regelfall wird die Batteriebank über den Rekuperationsmodus der beiden Servo Prop Verstellpropeller während der Fahrt aufgeladen.
Die Werft hat auf Wunsch des Eigners neben dem Antrieb auch die anderen großen Stromverbraucher (Ankerwinde, Bugstrahlruder, Arbeitswinsch, etc.) in einer 48V Version verbaut, damit diese direkt von der gleichen Batteriebank versorgt werden können.
Der Eigner und die Werft präsentieren in einem gelungenen Video die Motivation hinter der Elektrifizierung der Yacht, die technischen Details des Systems, und die Vorzüge des Elektroantriebs.
Boris Herrmann: Malizia - Seaexplorer
Der bekannteste deutsche Hochsee-Regattasegler hat schon immer Segelsport in Verbindung mit Klimaschutz und Meeres-Schutz gesehen. Er nimmt auf seinen Regattayachten mobile Meeresforschungs-Labore mit, um in entlegenen Regionen der Welt wichtige Daten zum Zustand der Meere für Wissenschaftler zu sammeln.
Seine Hochsee-Regattayachten waren zuletzt immer IMOCA-s und hießen Malizia - Seaexplorer.
Als 2025 die Reglements der IMOCA es zuließen, ersetzte er den Dieselmotor seiner Yacht durch einen emissionsfreien Elektroantrieb. Dieser besteht aus einem Elektromotor und einer Batteriebank, die durch Solarpanele, Hydrogeneratoren und einem Diesel-Generator auf Pflanzenölbasis mit Energie versorgt wird.
Fairtransport Shipping: Tres Hombres
Andere Liga aber nicht minder beeindruckend.
Das Herzstück von Fairtransport Shipping ist der historische Frachtsegler Tres Hombres. Damit transportiert das Unternehmen hochwertige Waren in fairen Handelsbeziehungen zwischen Europa, den Kanarischen Inseln, der Karibik und den Azoren.
Tipp aus eigener, sehr angenehmer und praktischer Erfahrung: Der Tres Hombres Rum aus der Dominikanischen Republik ist eine Offenbarung! Mit dem praktischen Daumenhenkel am Flaschenhals lässt sich der Rum nach der Huldigung an Rasmus auch bei Seegang perfekt dosieren. Genug, um Rasmus gnädig zu stimmen aber nicht zuviel, damit die Crew auch noch was davon hat. Seit ich die Flasche an Bord habe beschert mir Rasmus immer gutes Segelwetter. Danke, lieber Rasmus!
Mittlerweile hat Tres Hombres gar keinen Verbrennermotor mehr als Hauptantrieb an Bord. Sie fahren ausschließlich unter Segeln, bei Flaute warten sie auf den Wind, bei Kanalpassagen bestellen sie einen Schlepper und in Notfällen setzen sie ihr Beiboot ein.
Damit beweisen sie auf erstaunlicher Weise, dass selbst kommerzielle Seefracht mit Null Emissionen möglich ist.
