NACHHALTIG SEGELN
vom Elektroantrieb zum Masterplan
Die Vorgeschichte
Ich hatte im Winter 2024/2025 den alten Dieselmotor an Bord
meines Segelbootes WINDSONG durch einen neuen Elektroantrieb
ersetzt.
Ich habe meine Erfahrung mit dem Projekt auf dieser
Homepage veröffentlicht,
um das Thema einer breiteren
Öffentlichkeit näher zu bringen.
Was damals als ein überschaubarer Motortausch anfing, entwickelte sich schnell zu einer umfangreichen Umrüstung von Diesel auf Elektroantrieb und nimmt gerade die Gestalt eines größeren Masterplans an.
Wie kann ich an Bord meiner Segelyacht WINDSONG nachhaltig segeln?
Die größte Herausforderung der Menschheit ist der Klimawandel, verursacht durch die Erderwärmung, die wiederum durch die zu hohen Emissionen von Treibhausgasen, meist Kohlendioxid (CO2) entsteht. Dieses Gas wird bei der Verbrennung von fossilen Energieträgern freigesetzt.
Der größte Beitrag zur Nachhaltigkeit ist somit die Verringerung der Emission von Treibhausgasen und der Umstieg auf erneuerbare Energiequellen.
Das erste Projekt in diese Richtung, den Elektroantrieb habe ich bereits umgesetzt, dabei viel gelernt und wertvolle Erfahrung gesammelt. Nach einer Saison bin ich von der Zuverlässigkeit und vom Komfort des neuen Antriebs begeistert. Der POD Elektromotor hat genug Leistung und ist sehr komfortabel, das Lithium-Eisenphosphat-Batteriemodul (LiFePo) hat eine praxistaugliche Reichweite und das Ladegerät mit dem eingebauten Inverter versorgt die Batterie und das Bordnetz zuverlässig mit Strom. Ich baue mein Wissen neugierig weiter aus und teile es mit anderen Seglern.
Strom an Bord einer Yacht ermöglicht aber viel mehr als nur einen Elektroantrieb. Zum Beispiel eine Eiswürfelmaschine für unterwegs, als Einstieg… 😉,
... oder die Heizung
... oder die komplette Pantry.
Ich werde mein Boot auch mit einem Windgenerator und Solarpanelen ausstatten, um eine autarke Stromversorgung aus erneuerbaren Energiequellen zu ermöglichen…
All diese Projekte zusammen ergänzen sich perfekt zu einem Fahrplan „Null Emissionen“.

Ich war mit diesem Fahrplan erstmal zufrieden und der Winter 2025/2026 versprach ein bisschen Erholung, auf jeden Fall kein neues Großprojekt...
Und dann kam Jan ;-)
Jan Jelinek, Inhaber von Antifoulingfolien.de (sowie Bootsfolierungen.de und Bootsdecks.de) werkelte am Nachbarschiff in der Winterlagerhalle an einem neuem Bootsdeck und wir kamen ins Gespräch.
Er war begeistert von meinem Elektroantrieb und ich war sofort Feuer und Flamme für die Idee von dauerhaften Antifouling-Folien aus seinem Hause für das Unterwasserschiff.
Zum Hintergrund (für Nicht-Segler): wenn ein Boot „einfach so“ eine ganze Saison lang im Wasser liegt, dann haften sich Algen, Pocken und Muscheln am Unterwasserschiff, d.h. an dem Teil des Rumpfes, der dauerhaft unter Wasser ist. Wenn sich die Tierchen vermehren und wachsen bremsen sie das Boot erheblich bis hin zu kompletter Manövrier-Unfähigkeit.
Heutiger Stand der Technik ist, das Unterwasserschiff jährlich einmal mit 2 Schichten Antifouling einzustreichen. Das ist eine giftige (biozidhaltige) Farbe.
Vorteil: die Tiere bleiben vom Rumpf fern.
Riesiger Nachteil: die giftigen Wirkstoffe werden übers Jahr stetig aus dem Anstrich herausgespült, landen im Meer und vergiften diesen sensiblen Lebensraum.
Nicht gut.
Übrig bleibt der inaktive Anstrich ohne Wirkstoff, worauf nächstes Jahr 2 neue aktive Schichten gestrichen werden. Während Jahr für Jahr weitere Schichten draufkommen platzt die Farbe stellenweise ab und das Unterwasserschiff ist irgendwann eine einzige Kraterlandschaft.
An dem Punkt war ich jetzt.
Auch nicht gut.
Biozide in die Ostsee - muss das wirklich sein?
Ein Antifouling-Anstrich gilt allgemein als übel, aber unvermeidbar. Ich sehe das anders und halte dauerhafte Antifouling-Folien für die bessere Alternative. Diese arbeiten ohne Biozide und halten den Bewuchs aufgrund ihrer sehr glatten Oberfläche rein physikalisch vom Unterwasserschiff fern. Jan garantiert mindestens 10 Jahre Haltbarkeit und das erste Boot kommt damit jetzt in die 9. Saison.
Das war also der Startschuss für „Null Umweltgifte“ den zweiten Fahrplan zum nachhaltigen Segeln. Ich habe die Ärmel hochgekrempelt und mit Jan´s Unterstützung Anfang 2026 Antifouling-Folien am Rumpf angebracht. Der Kiel folgt, muss aber vorher noch gegen Rost saniert werden.

Ich stelle auf den folgenden Seiten die einzelnen Projekte des Masterplans "Nachhaltig. Segeln." vor


