Antifoulingfolien - Dokumentation Bewuchs Jul 2026

Meine Begeisterung für die Antifoulingfolien am Rumpf meiner Segelyacht Windsong hält an.

Seit ich diese Folien im Winter 2025/2026 zusammen mit Jan Jelinek von Antifoulingfolien.de angebracht hatte verfolge und dokumentiere ich die Entwicklung des Bewuchses aufmerksam.

Ich habe das Unterwasserschiff nach den ersten 5 Wochen im Wasser mit einer GoPro Unterwasserkamera inspiziert. Da ich in diesem Zeitraum nur ca. 60 Seemeilen gesegelt bin, haben sich erste kleine Seepocken auf den Folien angesiedelt.

Der Hersteller der Folien verspricht, dass der Bewuchs sich zwar ansiedelt, sich aber auf der Oberfläche der Folien nicht festkleben kann.

Hört sich gut an. Ich wollte das genau wissen und nutzte eine frische Brise von 5-6 Bft. für eine einstündige „Rock-and-Roll“ Fahrt mit ca. 6 Knoten Geschwindigkeit. Dabei wurden 2/3 der Seepocken wie erwartet weggespült.

Der Rest verschwand anschließend während eines einwöchigen Segeltörns.

So weit, so gut.

Eine neue Herausforderung trat allerdings zur Sommermitte hin auf. Und ich habe sie auch schon gelöst.

Am Unterwasserschiff hat sich ein flechtenartiger Belag angesiedelt. Zunächst in Form von einzelnen Flecken, später als geschlossener Teppich über die gesamte Fläche. Dabei handelt es sich um Moostierchen-Kolonien (Bryozoen), genauer gesagt sehr wahrscheinlich um die Krusten-Seerinde (Electra pilosa).

Diese Organismen sind in der Ostsee – und speziell in der Marina Wendtorf – im Sommer extrem weit verbreitet. Sie bilden flache, netz- oder eben flechtenartige Krusten auf Hartsubstraten.

Das hört sich erstmal an und sieht viel schlimmer aus, als es ist.

Die Moostierchen verlangsamen das Boot nicht. Ich bin 5 Tage vor diesen Aufnahmen, als der Teppich schon flächendeckend ausgebildet war mit 7 Knoten (Rumpfgeschwindigkeit) gesegelt. Auch bei leichteren Winden habe ich keinen Geschwindigkeitsverlust festgestellt. Das liegt wahrscheinlich daran, dass die Moostierchen zwar einen flächendeckenden Teppich bilden, aber nicht hoch wachsen. Zudem sind sie an der Oberfläche zum Wasser hin mit einem glitschigen Film bedeckt. Die kurzen dünnen Tentakel legen sich in die Strömungsrichtung. Somit bieten die Moostierchen dem vorbeiströmenden Wasser kaum Widerstand.

Der Belag haftet nicht auf den Antifoulingfolien und lässt sich unter Wasser mühelos entfernen. Jan hat einen Taucher organisiert, der das Unterwasserschiff systematisch inspiziert und den Bewuchs mit einer Unterwasserkamera dokumentiert hat. Im gleichen Tauchgang hat er den Bewuchs auch schon entfernt. Das ging zum einen mit einer Art Maurerkelle aus weichem Kunststoff und zum anderen mit einem Duschabzieher mit Silikonlippe ganz gut.

Da die Antifoulingfolien biozidfrei sind, ist es kein Problem, den Bewuchs im Hafen zu entfernen. Dabei werden keinerlei Schadstoffe freigesetzt, weil auf dem Unterwasserschiff von vornherein kein Schadstoff mehr dran ist.

Das X7 Hydrogel, das wir zur Versiegelung der Nähte zwischen den Bahnen aufgetragen hatten mögen die Moostierchen gar nicht und sie haben sich darauf nicht einmal ansatzweise angesiedelt.

Ich bin weiterhin froh, dass ich meinen Bewuchs-Schutz auf die biozidfreien Antifoulingfolien umgestellt habe. Die Moostierchen stören nicht, das Boot segelt weiterhin schnell und ein Tauchgang für die Inspektion und Reinigung des Unterwasserschiffs ist im Sommer schnell gemacht. Dafür erspare ich mir das wiederholte Auftragen des Antifouling-Anstrichs und vermeide dadurch laufende Kosten für Material und Arbeitszeit. Zudem vermeide ich den Eintrag von biozidhaltigen Schadstoffen in die Ostsee. Das ist mein Beitrag zum Umweltschutz und zur Erhaltung dieses sensiblen Lebensraums.

Quelle: Deutschlandfunk

Ich bin von den Antifoulingfolien immer noch begeistert und kann sie mit gutem Gewissen weiter empfehlen. Nachhaltig Segeln ohne Umweltgifte zu hinterlassen ist möglich. Ich freue mich und bin stolz darauf, dass ich das durch meine Segelyacht Windsong praktisch umsetzen, dokumentieren und vorstellen kann.

Mach gerne mit und folge mir dabei.

Für Rückfragen und Erfahrungsberichte stehe ich gerne zur Verfügung.