Antifoulingfolien.de
Gummistiefel fürs Boot
MACHEN IST WIE WOLLEN. NUR KRASSER.
Was bedeutet das?
Ich möchte den Einsatz von langlebigen Antifoulingfolien (Fouling Release Systemen) als umwelfreundliche Alternative zu biozidhaltigen Antifouling-Anstrichen vorantreiben.
Antifouling ohne Umweltgifte? Geht das?
Nachhaltiges Segeln bedeutet neben Null Emissionen auch Null Umweltgifte. Die Vermeidung des Eintrags von Bioziden ins Meer ist dabei ein wesentlicher Beitrag.
Ist das eine Utopie? Nein. Die Technik dazu ist in Form von Antifoulingfolien und biozidfreien permanenten Anstrichen hier und jetzt verfügbar und hat sich bereits in der Praxis bewährt.
Antifoulingfolien halten allein aufgrund ihrer glatten Oberfläche das Unterwasserschiff frei von Bewuchs. Und das funktioniert ganz ohne Biozide. Ich habe meine Segelyacht WINDSONG damit ausgestattet und freue mich jetzt auf meine persönliche Bestätigung, dass es funktioniert.
MACHEN IST WIE WOLLEN. NUR KRASSER.
Wie kam es dazu?
Antifouling-Folien sind ein wesentlicher Bestandteil meines Masterplans "Nachhaltig. Segeln."
Wie aus einem kaputten Diesel ein Masterplan wurde, habe ich hier beschrieben:
Ich habe auf das Unterwasserschiff meiner Segelyacht WINDSONG Antifoulingfolien von Jan Jelinek anbringen lassen.
Jan ist Inhaber der Unternehmen Bootsdecks.de, Bootsfolierungen.de, und Antifoulingfolien.de und bietet dauerhafte, hochwertige und nachhaltige Lösungen für Deck, Rumpf und Unterwasserschiff von Yachten.
Das bisschen Vorarbeit...
Das Unterwasserschiff muss vor dem Anbringen der Folienbahnen vom alten Antifouling befreit, gereinigt und neu geprimert werden. Ich habe dafür eine Eigenleistung von 3-4 Tagen eingeplant. Diese Zeit war allerdings etwas zu optimistisch gerechnet. Ich kann so viel vorwegnehmen: die Arbeit war es Wert.
Es ist stets das Gleiche, wenn Joe ein Projekt beginnt. Es wird komplexer und dauert länger als ursprünglich geplant.
Es ist aber auch so, dass Joe sich stets durchbeißt.
Auch hier.
Ende gut, Alles gut.

Anbei die Beschreibung des Projekts Schritt für Schritt
00-Beten für Wärme
Gleich der
erste Arbeitsgang erfordert mind. +5°C, besser +10°C. Das
hatten wir auch wochenlang, leider nur mit dem falschen (-)
Vorzeichen!

01-Folie für Beize
anbringen
Abdeckfolie in Segmenten von 1
Metern entlang des Wasserpasses ankleben.

02-Beize auftragen
Geheimrezept.
Mit Spachtel ca. 5 mm dick auftragen. Später mit Zahnspachtel
nacharbeiten, das spart Material und sorgt für die exakt
benötigte Schichtdicke.

03-Beize luftdicht abdecken
Beize
luftdicht abdecken, damit diese das Antifouling anlösen
kann.
Meine Lektion für die Zukunft ist, sofort nach dem Auftragen
der Beize auf eine Teilfläche diese umgehend mit Folie
abzudecken, damit möglichst viele Wirkstoffe aus der Beize ins
Antifouling einziehen können, anstatt nutzlos in der Halle zu
verdampfen.

04-Beize einwirken lassen
Über
Nacht.
Meine Lektion für die Zukunft ist, bei niedrigen Temperaturen
die Einwirkzeit auf 2 bis 3 Tage zu verlängern.

05-Antifouling mit Spachtel entfernen
Die
gute Nachricht ist, dass sich das weiche
Beize-Antifouling-Gemisch relativ leicht mit einem Spachtel
entfernen lässt.
Die schlechte Nachricht hingegen ist, dass sich die Beize bei
meinen vielen alten Schichten nicht komplett durchgedrungen ist
und die unteren zwei bis drei Antifouling-Schichten so hart
blieben, dass sie nicht mit dem Spachtel enfernt werden
konnten.
Meine Lektion für die Zukunft ist, besser mit einem
Zweihand-Spachtel mit langem Stiel zu arbeiten, da so mehr
Kraft aufgebracht werden kann und dadurch mehr Schichten
entfernt werden können.

06-Antifouling mit Schaber abkratzen
Die
übrig gebliebenen harten Antifouling-Schichten müssen runter.
Die schlechte Nachricht ist, dass es eine ziemlich harte
Plackerei ist, mit viel Kraftaufwand über Kopf in gebeugter
Körperhaltung zu arbeiten.
Die gute Nachricht ist, dass sich die Beharrlichkeit ausgezahlt
hat. Ich habe das alte Antifouling Schicht für Schicht und
Zentimeter für Zentimeter abgeschabt. Dazu ist eine
BAHCO-Klinge das beste Werkzeug.



07-Am Wasserpass alles wiederholen
Die
schwierigste Stelle ist der Wasserpass, da hier erfahrungsgemäß
viel Antifouling aufgetragen wird, weil die Rolle beim Ansetzen
noch voll ist und darüber hinaus das UV-Licht das Antifouling
zusätzlich aushärtet. Das Antifouling ist an diesen Stellen
bockelhart und für die Beize unpassierbar. Hier habe ich eine
zweite Schicht Beize aufgetragen und die Schritte entsprechend
wiederholt.
Meine Lektion für die Zukunft ist, dass es besser ist, vor dem
Auftragen der Beize die Flächen grob anzuschleifen, damit die
Beize besser eindringen kann.

08-Schleifen
Die letzten hartnäckigen
Antifouling-Reste habe ich dann abgeschliffen. Das ging mit
einem Mirca-Schleifer ganz gut. Boden abdecken, Boot einhausen
und persönliche Schutzausrüstung tragen sind dabei ein Muss.



09-Alten Primer anrauhen
Mein alter
Primer war als Untergrund geeignet, musste aber angerauht
werden, damit der neue Primer sich gut damit verbindet.

10-Bord-Durchlässe und Ränder
abschleifen
Da der künftige Primer auf alten
Antifouling-Resten nicht gut haftet, muss alles sorgfältig
abgeschliffen werden.

11-Primern
Jetzt beginnt der Neuaufbau
mit drei Schichten Epoxy-Primer (Hempel Light Primer).

12-Wasserpass reinigen
Die verschmierten
Antifouling- und Beizen-Reste werden mit Isopropanol entfernt.

13-Antifoulingfolien kleben
Endlich, es
beginnt die schöne Arbeit. Die Antifoulingfolien (FRF – Fouling
Release Film) werden in langen Bahnen in Fließrichtung des
vorbeiströmenden Wassers an den Rumpf geklebt. Dies erfolgt von
der Mitte ausgehend hin zu den Rändern. Wie bei der Quadratur
einer Kugel, folgt die flache Folie der runden Rumpfform nicht
naturgemäß und wirft Falten. Jetzt ist handwerkliches Geschick
gefragt. Zum Glück lassen sich die Folienbahnen mit
Unterstützung eines Heißluftföhns gut dehnen und
stauchen.




14-Nullschnitt
Die zweite Folienbahn wird
etwas überlappend mit der ersten verlegt. Dann erfolgt
der Schnitt in der Mitte der Überlappung der beiden Bahnen mit
einer scharfen Klinge. Achtung: nach Fest kommt Durch (das
Gelcoat). Anschließend werden die Reste von beiden Bahnen
entfernt. Die übrig gebliebenen Ränder sollten nach der
Bearbeitung mit dem Heißluftföhn und Keder perfekt Stoß an Stoß
liegen.
15-Schnitt Folienrand am Wasserpass
Dies
erfolgt entweder „Freestyle“ mit Messer oder mit einem
Schneidegarn.

16-Schnitt Folienrand an den
Borddurchlässen
Ein sauberer Schnitt ist für die
spätere Haftung wichtig.

17-Nähte versiegeln
Auf die Naht wird
eine ca. 1 cm breite Versiegelung (X7 Hempaguard Hydrogel)
aufgetragen. Dies ist ebenfalls ein dauerhafter und
biozidfreier Antifouling-Anstrich. Er verbindet sich perfekt
mit beiden Folienrändern und bildet eine Wassersperre.

18-POD schleifen
Das ist viel Arbeit für
wenig Fläche. Wir lieben aber die Herausforderung. Aufgrund der
kleinen Radien am POD haben wir relativ viele kleine
Folienstücke geklebt, und diese mit entsprechend vielen
versiegelten Nähten verklebt.



19-POD folieren



20-Propeller streichen
Nach der Reinigung
wird erstmal mit Hempel Light Primer gestrichen. Danach wird
Hempel Nexus als „conversion coat“ aufgetragen. Darauf
schließlich erfolgt das Auftragen des o.g. X7 Hempaguard
Hydrogel als finaler Anstrich.

99-Champagnerdusche
Jan und ich haben die gelungene Arbeit mit einer standesgemäßen
Champagnerdusche gebührend gefeiert.

99-Fertig!
Das Ergebnis sieht gut aus. Die Antifoulingfolien mit
aalglatter Oberfläche sind am Rumpf perfekt
aufgetragen. An ihr kann in den kommenden 10 bis 15 Jahren kein
Bewuchs mehr anhaften.

Hier folgen die Projektschritte als Bildergalerie

00-Beten für Wärme 
01-Folie für Beize anbringen 
02-Beize auftragen 
03-Beize luftdicht abdecken 
04-Beize einwirken lassen 
05-Antifouling mit Spachtel entfernen 
06-1-Antifouling mit Schaber abkratzen 
06-2-BAHCO Schaber und Zweihand-Spachtel 
06-3-BAHCO Klinge 
07-Am Wasserpass alles wiederholen 
08-1-Schleifen Einhausung 
08-2-Schleifen PSA 
08-3-Schleifen vorher nachher 
09-Alten Primer anrauhen 
10-Bord-Durchlässe& Ränder abschleifen 
11-Primern 
12-Wasserpass reinigen 
13-1-Antifouling-Folien kleben Bug 
13-2-Antifouling-Folien Wellen glätten 
13-3-Antifouling-Folien kleben Rand glatt streichen 
13-4-Antifouling-Folien kleben erste Bahn 
15-Schnitt Folienrand am Wasserpass 
16-Schnitt Folienrand an den Borddurchlässen 
17-Nähte versiegeln 
18-1-POD vorher Pockenbefall 
18-2-POD altes Antifouling abschleifen 
18-3-POD fertig zum folieren 
19-1-POD folieren Folie anlegen 
19-2-POD folieren Wärme anbringen 
19-3-POD folieren Ränder glatt streichen 
20-Propeller streichen 
99-1-Champagnerdusche 
99-9-fertig kranen
