Was ist das? Ein Yacht-Elektro-Antrieb.
Was macht das? Er treibt die Yacht elektrisch an.
Ah, ich verstehe…
Maschinenantrieb

Der Hauptantrieb einer Segelyacht sind und bleiben die Segel. Das ist gut so. Genau das macht den Charme des Segelns aus.
Dieser Antrieb funktioniert in der Praxis je nach Wetter, Fahrtgebiet und Einstellung der Crew in den meisten Fällen. 90% - 100% der zurückgelegten Seemeilen unter Segel sind durchaus realistisch und üblich, sofern keine längere Flaute herrscht.
Für die wenigen verbliebenen Meilen haben die meisten Segelboote einen Maschinenantrieb an Bord. Der kommt typischerweise bei Hafenmanövern, bei Flaute, bei Gegenwind oder in Kanälen, wo ein Maschinenantrieb vorgeschrieben ist zum Einsatz.
Der gute alte Diesel

Die Standard-Lösung für Maschinenantriebe war bisher ein Dieselmotor.
Der wird aus dem Kraftstofftank mit Dieselkraftstoff als Energieträger versorgt und treibt über ein Wendegetriebe einen Propeller an.
Das ist bis heute der etablierte Stand der Technik.
Segler schätzen die große Reichweite und haben sich an die Nachteile, wie Lärm, Geruch und Wartungskosten gewöhnt.
Bei den meisten Hafenmanövern erreicht der Diesel-Motor gar nicht die optimale Betriebstemperatur, arbeitet somit wenig effizient und ist anfällig für Verschleiß.
Auch daran haben wir uns gewöhnt.
Das geht heute allerdings besser.
Die bessere Alternative ist der Elektroantrieb

Für den guten alten Diesel gibt es die sehr gute Alternative in Form eines Elektroantriebes. Er ist in vielerlei Hinsicht sogar die bessere Wahl.
Diese positive Erfahrung habe ich selbst bei der Umrüstung meiner Segelyacht WINDSONG von Diesel- auf Elektro-Antrieb gemacht.
Ich bin vom System begeistert, positiv überrascht und möchte nun meine Erfahrung mit anderen Teilen.
Die Hauptkomponenten eines Elektroantriebs
Batterie

Beim aktuellen Stand der Technik liefern häufig Lithium-Eisenphosphat Batterien (LiFePo) mit 48 V Spannung die Energie für den Antrieb.
Es gibt fertige "plug & play" Batteriemodule in verschiedenen Formen und Kapazitäten.
Weiterhin sind Bausätze verfügbar, bei denen die einzelnen Batteriezellen individuell je nach den Platzverhältnissen im Rumpf entsprechend optimal angeordnet und als Batteriebank selbst zusammengebaut werden können.
Ein Batterie-Management-System (BMS) ist in beiden Fällen essenziell, um die Batterie optimal und sicher zu laden und zu entladen.
Die Antriebsbatterie passt in der Grundausstattung in den Motorraum des ehemaligen Einbau-Diesels.
Motor

Bei kleineren Booten wird ein Elektromotor als Außenborder am Heck gefahren, in gleicher Weise wie bei Benzin-Außenbord-Motoren.
Bei größeren Yachten wird im einfachsten Fall ein Elektromotor als Innenborder anstelle des Diesels an den Saildrive oder an die Antriebswelle geflanscht. Dabei wird die Antriebskraft mechanisch vom Elektromotor durch den Rumpf an den Propeller übertragen.
Vorteil dieser Lösung: geringer Aufwand für den Umbau des bestehenden Systems.
Nachteil: Effizienzverluste, Wartungsaufwand und Fehlerquellen aufgrund der weiterhin vorhandenen beweglichen Teile im Antriebsstrang. Ein Elektromotor hat grundsätzlich andere Leistungsdaten als ein Verbrenner. Ein bestehender Saildrive ist für diese Leistungsdaten nicht ausgelegt und wird voraussichtlich frühzeitig verschleißen. Der bestehende Propeller wird ebenfalls nicht zu den neuen Leistungsdaten passen. Somit arbeitet der gesamte Antriebsstrang ineffizient. Zudem wird er durch Überlast frühzeitig verschleißen.
Darüber hinaus erfordert der Elektromotor eine Kühlung. Kleinere Motoren kommen mit Luftkühlung aus, größere brauchen eine aufwendige Wasserkühlung.

Die bessere Lösung sind speziell für Elektromotoren entwickelte Saildrive-Getriebe. Sie leiten die Kraft von innen nach außen um und haben nicht mehr die Funktion eines Wendegetriebes, das für die Umschaltung von Vorwärts- auf Rückwärtsfahrt zuständig ist. Bei Rückwärtsfahrt dreht der Elektromotor in entgegengesetzter Richtung.
Vorteil: weniger Effizienzverluste, geringer Wartungsaufwand und weniger Fehlerquellen. Der neue Saildrive und der passende Propeller sind an die Leistungsdaten des Elektromotors angepasst. Dies ist besonders wichtig bei leistungsstarken Elektromotoren, damit sie ihr Leistungspotenzial dementsprechend als Vortrieb im Wasser umsetzen können. Die bestehende Saildrive-Öffnung kann für die Umrüstung genutzt werden.
Nachteil: weiterhin vorhandene Effizienzverluste, Wartungsaufwand und Fehlerquellen.
Auch in diesem Fall ist eine Kühlung erforderlich.


Sehr effizient arbeiten Elektromotoren, die als POD-Antrieb (Propellergondel) fest unter dem Rumpf installiert werden.
In der einfachsten Ausführung wird die alte Saildrive-Rumpföffnung mit einer Adapterplatte verschlossen und daran der POD befestigt.
Besser ist es, die komplette Rumpföffnung des alten Saildrive zuzulaminieren und den POD am neuen Rumpf zu befestigen. Innenliegende Konterplatten im Rumpf sorgen zusätzlich für eine robuste Konstruktion.
Der Elektromotor wird mittels Kabel über einen Borddurchlass im Rumpf mit Strom versorgt.
Der Weg der mechanischen Kraftübertragung ist extrem kurz und sehr effizient. Es ist ein direkt angetriebener Propeller am Ende der Statorwelle des Elektromotors.
Vorteil: aufgrund des Direktantriebs keine Effizienzverluste, kein Wartungsaufwand und kaum Fehlerquellen. Darüber hinaus ist keine Kühlung erforderlich, da der POD vom kühlenden Seewasser umgeben ist. Die Änderungen am Rumpf bei der Befestigungsvariante mittels Adapterplatte sind mit geringem Aufwand möglich.
Nachteil: Hoher Aufwand bei der der Variante "Rumpf zulaminieren und Konterplatte einbauen“.
Der Schleppwiderstand des POD-Antriebs ist unwesentlich höher als der eines Saildrives.
Ladegerät / Energiequellen

Die Antriebsbatterie eines Segelbootes wird in der Grundausstattung von einem 48V-Ladegerät, das am Landstrom angeschlossen ist geladen. Häufig ist bereits eine Inverter-Funktion im Ladegerät integriert, so dass das 230V-Netz an Bord entsprechend unterwegs mit Strom aus den Antriebsbatterien versorgt werden kann.
Auf langen Strecken ohne Hafenaufenthalt benötigt die Yacht darüber hinaus autarke Energiequellen.
Je nach Schiffstyp, Fahrtgebiet und persönlichen Anforderungen kommen da verschiedene System in Frage.

Erneuerbare (regenerative) Energiequellen: Windgenerator, Solarpanel oder Hydrogenerator. Der Propeller einer Segelyacht kann zusammen mit dem Elektromotor im Rekuperationsmodus selbst als Hydrogenerator eingesetzt werden. Dies erfordert spezielle Propeller, die wiederum nicht so effizient im Vortrieb sind. Darüber hinaus ist die Energieausbeute erst bei größerer Fahrt (>6 kn.) merklich.
Energiequellen auf Verbrenner-Basis: klassischer Diesel- oder Benzin-Generator.
Es sind Diesel-Generatoren auf dem Markt verfügbar, die auch mit Bio-Diesel auf Pflanzenöl-Basis betrieben werden können und somit weniger Treibhausgase erzeugen.

Brennstoffzellen erzeugen einen kontinuierlichen Strom in einer chemischen Reaktion zwischen Wasserstoff und Sauerstoff. Sie haben einen hohen Wirkungsgrad von über 70%. Als Abfallprodukt entsteht Wasserdampf.
Die Einschränkung liegt heute darin, dass Wasserstoff sich nicht praktikabel speichern und an Bord von Segelbooten transportieren lässt. Sobald diese Hürde technisch überwunden ist, können Brennstoffzellen als primäre Energiequelle des Antriebs genutzt werden.
Beim heutigen Stand der Technik wird Bio-Methanol als Wasserstoff-Speicher genutzt. Daraus generieren die Brennstoffzellen in einer Vorstufe den nötigen Wasserstoff. Die Energiedichte und somit die Stromproduktion sind vergleichsweise gering. Bei der Verwendung einer Brennstoffzelle mit 125 W Leistung werden in 24 Stunden 3 kW Energie erzeugt. Wird mehr Energie benötigt, können mehrere Systeme gekoppelt werden, um die Energieleistung zu erhöhen.
Die Entwicklung von Elektroantrieben an Bord von Yachten
Elektroantriebe für maritime Anwendungen haben sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt. Moderne Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LiFePo) sind im Vergleich zu herkömmlichen Lithium-Ionen-Batterien sicherer und haben eine längere Lebensdauer. Sie ermöglichen praxisnahe Reichweiten bei Nutzung des vorhandenen Einbauraums an Bord.
Das Laden erfolgt über den herkömmlichen Landstromanschluss am Steg.
Der Antrieb ist sehr leise und der unangenehme Geruch vom Diesel und der Abgase ist nicht mehr vorhanden.
Der Schub ist ohne Zeitverzögerung da, lässt sich sehr fein dosieren und ist darüber hinaus in der Stärke mit dem eines Diesels vergleichbar.
Dank des Inverters können 230 V - Elektrogeräte (Wasserkocher, Induktionsherd, Handwerkzeuge) unterwegs mit Strom versorgt werden. Zudem können über das 12 V - Ladegerät die Servicebatterien mit Strom aus den Antriebsbatterien nachgeladen werden. Somit ist die Energieversorgung des Navigationssystems, des Autopiloten, des Kühlschranks, der Beleuchtung usw. gegeben.
Aus meiner Sicht ist der Elektroantrieb bereits heute eine realistische Alternative zum konventionellen Dieselantrieb.
Kleinere Segelboote kommen mit einer übersichtlicheren Installation aus, allerdings ist Einbauraum an Bord knapp und die Komponenten müssen in einem "3D-Tetris" untergebracht werden.
Größere Segelyachten erfordern größere Motoren, eventuell sogar zwei davon. Bei insgesamt mehr Strombedarf kommen auch diverse Backup-Energiequellen in Betracht, so dass die elektrische Installation meistens komplexer und größer ausfällt. Dafür haben große Yachten meist auch viel Platz an Bord, um die ganze Technik unterzubringen.
Motoryachten erfordern noch größere Motoren und vor allem ein größere Speicherkapazität der Antriebsbatterien. Machbar ist das, schließlich fahren heute schon etliche kommerzielle Schiffe mit Elektroantrieb. Allerdings sind solche Anwendungen relativ weit weg von der Änderungsbereitschaft der meisten Eigner.

Abhängig vom Fahrtgebiet, Bootstyp, Segelverhalten und den persönlichen Präferenzen ist die Reichweite eines Elektroantriebs für Segelboote in den meisten Fällen ausreichend.
Als Backup und Absicherung der Reichweite können zusätzliche Energiequellen wie Generatoren und Brennstoffzellen mitgeführt werden.
Auch wenn ein Generator weiterhin Diesel oder Benzin verbrennt, so erfolgt die Nutzung nur in Ausnahmefällen und mit einem höheren Wirkungsgrad, so dass insgesamt viel weniger Treibhausgase pro Saison erzeugt werden als mit dem alten Dieselmotor.
Die Zukunft von Yacht-Antrieben ist elektrisch.
Dabei wird die gesamte Energie für den Antrieb und für den Betrieb der Bordverbraucher aus Batterien gespeist, die wiederum aus regenerativen Energiequellen autark aufgeladen werden.
Das ist mit dem heutigen Stand der Technik bereits möglich und wurde in der Praxis bestätigt.

10 Gründe für einen Elektroantrieb an Bord von Yachten

1. Umweltfreundlich
Null Emissionen bei
der Verwendung von erneuerbaren Energiequellen. In
Schleswig-Holstein stammen mittlerweile über 91% der gesamten Stromeinspeisung
aus erneuerbaren Energiequellen. Und wenn in Schleswig-Holstein
erneuerbarer Strom eingespeist wird, dann wird davon ein großer
Teil auch in benachbarte Bundesländer / EU-Mitgliedstaaten
geleitet. Somit deckt das nördlichste Bundesland seinen eigenen
Strombedarf rechnerisch bereits zu rund 200% durch Ökostrom.
2. Sauber
Kein Diesel-Geruch mehr an Bord. Kein Gestank von Abgasen.
Keine Verwendung von Motorenöl. Gerade bei älteren Segelbooten
ist der Motorraum nach dem Umbau sauberer und aufgeräumter.
3. Komfortabel
Sehr leise. Sofort
einsatzbereit. Kurze Reaktionszeit: im Segelbetrieb von "Hand
auf Hebel" bis "voller Schub" im Bruchteil einer Sekunde. Fein
dosierbar, besonders bei gewünschter langsamer Fahrt (z.B. beim
An- / Ablegen). Direktes Umschalten von Vorwärts- auf
Rückwärtsfahrt ohne Wartezeit möglich. Der Elektromotor kann
bei schwachem Wind dauerhaft mitlaufen und schiebt die
Segelyacht kaum wahrnehmbar mit. Signalkegel für Motorfahrt
nicht vergessen ;-)
4. Mehrwert
Die Antriebsbatterien eignen
sich durch einen eingebauten Inverter hervorragend auch als
mobile Energiequellen für die gesamte Yacht. Sie versorgen
neben dem Elektroantrieb auch alle anderen 230 V - Geräte sowie
die 12 V - Servicebatterien an Bord mit Strom. Das System
eröffnet zudem neue, komfortable und effiziente Möglichkeiten
für das Kochen oder Heizen mit Strom, auch unterwegs.
5. Effizient
Ein Elektromotor hat einen
höheren Wirkungsrad als ein Verbrenner. Je nach Ausführung
kommen weitere Effizienzsteigerungen hinzu, etwa durch den
Verzicht auf Getriebe, Saildrive oder Wellenanlage.
6. Autarke Energieversorgung möglich
Der
Energiebedarf der kompletten Yacht kann durch erprobte
Energiequellen wie Solarpanele, Windgeneratoren und
Brennstoffzellen (evtl. Verbrenner-Generatoren als Backup)
gedeckt werden. Größere Yachten brauchen mehr Energie, haben
aber auch mehr Fläche, um die entsprechenden Geräte zu
installieren.
7. Rekuperation möglich
Je nach
Ausführung und Bootstyp kann der Antrieb zur Rekuperation unter
Segeln eingesetzt werden. Dabei werden durch die Wasserströmung
die Propeller angetrieben und der Motor als Generator genutzt.
Der erzeugte Strom wird in die Antriebsbatterien gespeist.
Besonders interessant bei schnellen Segelbooten (Mehrrümpfer
oder größere Yachten)
8. Vergleichbare Anschaffungskosten
Ein
Elektroantrieb kann in etwa für den gleichen Preis installiert
werden wie ein neuer Diesel. Die Preise für die Komponenten
eines Elektroantriebs fallen sogar tendenziell zur Zeit.
9. Niedrigere Unterhaltskosten
Es
entstehen niedrigere Wartungs- und Reparaturkosten, da viel
weniger mechanisch bewegte Teile im System verbaut sind.
10. Niedrigere
Verbrauchskosten
Kraftstoffverbrauch lässt sich
auch im Falle eines Backup-Generators an Bord gegen Null
reduzieren. Kraftstoffpreise werden künftig aufgrund der
endlichen Ressourcen und der CO2-Umlage steigen. Strompreise
hingegen werden aufgrund der erneuerbaren Energie-Erzeugung
eher stabil bleiben. Bei autarker Energieversorgung aus
Rekuperation, Solar- oder Windkraft tendieren die
Verbrauchskosten gegen Null.
10 kritische Fragen im Zusammenhang mit einem Elektroantrieb

1. Reichweite?
Ich kann mit dem
Elektroantrieb an Bord meiner Segelyacht WINDSONG in der
jetztigen Grundausbaustufe 20 bis 30 Seemeilen unter idealen
Bedingungen zurücklegen. Bei meinem Fahrprofil komme ich
meistens mit mehr als 80% Restreichweite der Antriebsbatterie
im Zielhafen an.
Das System lässt sich für künftige höhere
Reichweiten-Anforderungen erweitern.
Mit einem Verbrenner-Generator als Backup an Bord sind sogar
vergleichbare Reichweiten wie mit dem alten Diesel-Antrieb
realisierbar.
2. Ladeinfrastruktur in den Häfen?
Ich
lade meine Antriebsbatterie mit dem herkömmlichen
Landstromanschluss am Steg in jedem beliebigen Hafen.
Die Ladezeit beträgt je nach Restreichweite beim Anlegen
zwischen 1 und 10 Stunden (über Nacht).
Mit Hilfe eines eingebauten Potentiometers am Ladegerät kann
ich bei Bedarf die Stromaufnahme vom Landstromanschluss soweit
begrenzen, dass die Sicherung am Steg nicht auslöst.
3. Platzbedarf für Batterien?
Ich habe im
Endeffekt durch die Umrüstung von Diesel- auf Elektroantrieb
sogar Platz an Bord gewonnen.
Die Antriebsbatterie ist im ehemaligen Motorraum untergebracht
und da gibt es sogar noch einen freien Platz für ein zweites
Batteriemodul, als Erweiterung.
Den Diesel-Kraftstofftank habe ich ausgebaut, so dass ich
dadurch zusätzlichen Platz in der Backskiste gewonnen
habe.
Selbstgebaute Batteriebänke lassen sich durch ihre modulare
Bauweise flexibel in jede freie Ecke an Bord einbauen (z.B.
unter die Sitzbänke).
Meine WINDSONG ist durch den Elektroantrieb sogar um 100 Kg.
leichter und entsprechend schneller geworden.
4. Muss dafür die ganze Yacht umgebaut / von Anfang an
anders gebaut werden?
Nein, das ist nicht
notwendig.
Im einfachsten Fall der Umrüstung wird ein Elektromotor innen
an den bestehenden Saildrive / an die Welle angeflanscht und
die Batterie im ehemaligen Motorraum an Stelle des alten
Diesels untergebracht.
Umfangreichere Umbauten, wie an meiner WINDSONG, wobei der
Saildrive entfernt, die Öffnung zulaminiert sowie der
Batterieauflager integriert wurde sind im Einzelfall vielleicht
sinnvoll aber ggfs. nicht unbedingt erforderlich.
5. Leistung?
Mein POD-Antrieb hat den gleichen Schub wie der alte Diesel.
Der Schub ist ohne Verzögerung sofort da. Die Yacht lässt sich
im Hafen besser manövrieren.
6. Kompliziert?
Nein, es ist sogar einfacher. Im Vergleich zum Dieselantrieb
sind deutlich weniger Komponenten, insbesondere mechanisch
bewegte Teile wie Kraftstoff-System, Anlasser, Lichtmaschine,
Abgasanlage, Kühlung, usw. verbaut. Der POD-Antrieb benötigt
bauartbedingt keine Kühlung, da der Elektromotor von Seewasser
umgeben ist.
7. Ist die Elektronik störanfällig?
Die
Elektronik vom Ladegerät und der Motorsteuerung ist
vergleichbar mit der Elektronik von modernen Diesel-Antrieben.
Darüber hinaus ist die Elektronik für Elektroantriebe wie im
Automobil-Bereich sehr ausgereift und heute "State of the Art".
Es haben sich etliche Hersteller von Elektromotoren und
Antriebsbatterien auf die besonderen Anforderungen von
Segelbooten spezialisiert und können diese problemlos erfüllen.
8. Brandgefahr?
Frühere Generationen von
Lithium-Ionen Batterien konnten tatsächlich bei falscher
Handhabung, Ladung oder Entladung überhitzen. Dabei entstand
eine Kettenreaktion, in Folge dessen sich die Batterie an Bord
entflammen konnte.
Das ist bei den modernen Lithium-Eisenphosphat Batterien
(LiFePo) nicht der Fall. Die Brandgefahr ist deutlich
verringert, da jeweils nur einzelne Zellen betroffen sein
können und eine Kettenreaktion technisch verhindert wird. Auch
deshalb empfiehlt es sich, speziell für maritime Anwendungen
entwickelte Elektromotoren und Antriebsbatterien zu verbauen.
Ein BMS schützt als letzte Instanz die Antriebsbatterien vor
Überhitzung.
9. Nur von Fachkräften zu
installieren?
Das gesamte System, von der
Landsteckdose bis zum Propeller kann von technisch versierten
Erfahrungsträgern installiert werden. Das 230 V - System sollte
am Ende von einer Fachkraft auf technische Richtigkeit
abgenommen werden.
10. Noch Zukunftsmusik?
Nein, mein
Elektroantrieb funktioniert einwandfrei. Die Technologie ist
seit Jahren erprobt, heute schon praxistauglich und entwickelt
sich weiter. Ähnlich wie bei Elektromobilität an Land: wer sich
einmal darauf einlässt, möchte nicht mehr zum Verbrenner
zurück.
